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Kongress vom 5. April 2013 im Stadion Letzigrund in Zürich
Sport, Wirtschaft und Ethik – eine Standortbestimmung


Bild:ORTHart Photography, Dominik Orth


Mit Transparenz in die Zukunft!


Beim Event im Letzigrund in Zürich wurde rund 50 Meter Luftlinie vom Fussballfeld entfernt im Inneren des Stadions durchaus auch mit harten, aber fairen Bandagen gekämpft. So machte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter, dessen Verband 2005 die Early Warning System GmbH (EWS) ins Leben gerufen hatte, in seiner Begrüssungsrede klar, wie ernst es ihm mit den Themen Moral und Ethik in der FIFA und im Fussball ist. Er betonte: „Wir sind nicht perfekt, aber wir lernen daraus.“ Der FIFA-Präsident wies in Bezug auf den Kampf gegen Rassismus und Wettmanipulationen im Fussball auf den Fall des ehemaligen Serie-B-Profis Simone Farina hin, der vor zwei Jahren einem Bestechungsversuch widerstand, diesen meldete, danach in Italiens Fussball geächtet wurde und keinen Klub mehr findet. „Das darf doch nicht passieren“, ereiferte sich Joseph Blatter und rief alle Verbände dazu auf, eng mit der FIFA zusammen zu arbeiten.

Strafrechtsprofessor Mark Pieth, Vorsitzender der unabhängigen Kommission, die zur Verbesserung der Führung und Transparenz der FIFA beitragen soll, attestierte dem Weltverband den realen Willen zu Reformen. „Doch unsere Wahrnehmungen und diejenigen der FIFA liegen noch auseinander. Wir sind erst in der Hälfte des Erneuerungsprozesses.“ Pieth sprach sich unter anderem auch für eine Amtszeitbeschränkung der Verbandsfunktionäre aus. Zudem betonte er die Wichtigkeit von Umstrukturierungen von grossen Sportverbänden. Derartige Gebilde müssten gleich organisiert und geführt werden wie Grosskonzerne.

Der Finanzfachmann Oswald Grübel  zog im Talk mit "Weltwoche"-Chefredaktor Roger Köppel einen prägnanten Schluss: „Wenn der Sport nicht transparenter wird, wird es ihm ergehen wie der Finanzwelt!“ Der ehemalige CS- und UBS-Mann forderte in seiner unverblümten Art: „Insbesondere die FIFA muss transparenter werden, auch in Sachen Finanzen.“ Einen humorvollen Bogen von der Börse zum Fussball spannte  Wall-Street-Korrespondent Jens Korte und verriet, dass er seit rund einem Jahr auch im „Fussballbusiness“ tätig ist: „Ich trainiere in den USA drei Juniorenteams.“ Der ehemalige Leverkusen-Manager Reiner Calmund wiederum bewies in seinem Wortgefecht mit Moderator Marcel Reif, dass er nichts an Schlagfertigkeit verloren hat.

Ganz dem aktiven Sport gehörte der Ausklang des Anlasses, während dem sich zwei gemischte Mannschaften gespickt mit Zürcher Altstars und Sponsorvertretern zum Duell auf dem Rasen trafen.

Andy Huber, Redaktor BR



Bild:ORTHart Photography, Dominik Orth


Bild:ORTHart Photography, Dominik Orth




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