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Ein Kongress der Early Warning System GmbH in Zusammenarbeit mit

Sportfinanzierung – Sponsoring, Sportwetten

Datum: Freitag, 25. März 2011

Uhrzeit: 9.30 Uhr bis 17.25 Uhr

Veranstaltungsort: Swissôtel, Am Marktplatz Oerlikon, Schulstrasse 44, CH-8050 Zürich-Oerlikon


 


Sport darf keine Manipulation zulassen

 

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter: „Der Fussball wird auch diese Plage überleben.“

„Die Bedrohung des Sports durch Wettmanipulationen ist gross“, sagte FIFA-Präsident Josph S. Blatter in seiner Eröffnungsrede während des Kongresses „Sportfinanzierung – Sponsoring, Sportwetten“, den die Early Warning System GmbH in Zürich organisiert hat. „Die Manipulationen erschüttern den Sport in seinen elementaren Grundwerten, nämlich Fairplay, Respekt und Disziplin. Deshalb gibt es seitens der FIFA Null Toleranz, wenn es um eine Verletzung dieser Grundwerte geht“, so Blatter. Die Sportverbände könnten jedoch nicht allein gegen die Wettmafia antreten. Man befinde sich auch im Bereich des Strafgesetztes und deswegen benötige man die Unterstützung der Regierungen und ihrer Rechtsorgane. Der Fussball sei jedoch schon sehr weit fortgeschritten im Kampf gegen Spielmanipulationen. „Diese Konferenz hilft erneut, das Bewusstsein für diese Problematik zu schärfen und den Schutz des Sports gemeinschaftlich und umfassend zu gewährleisten. Ich bin davon überzeugt, dass der Fussball auch diese neue Plage erfolgreich bekämpfen und überleben wird“, sagte Blatter zum Abschluss seiner Rede.


Der UN-Sonderberater Sport, Willi Lemke, sprach im Anschluss über die grosse Bedeutung des Sports für Entwicklung und Frieden und die wichtige Rolle, die er bei der Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele spielt. „Der Sport verliert diese Bedeutung, wenn Manipulationen ihn seiner Werte berauben, die ihn so populär und einzigartig machen. Dadurch wird der Sport zum Spielball wirtschaftlicher Interessen.“ Daher sei es wichtig, dass Regierungen Regeln und Gesetze gegen Wettmanipulationen entwickeln und den Kampf gegen die illegale Sportwetten auch finanziell unterstützen. Die Bedrohung durch Manipulationen werde sehr ernst genommen und nun gelte es, alle gesellschaftlichen Kräfte im Kampf dagegen zu bündeln, so Lemke.

„Wenn das Spiel entschieden ist, bevor es angepfiffen wird, hat es seine Seele und seine Bedeutung verloren“, sagte UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino. Die UEFA hat deswegen im Kampf gegen illegale Wetten im Jahr 2008 ein spezielles Überwachungssystem, das „Betting Fraud Detection System“, installiert, das Wettmanipulationen bei Klubspielen aufspüren soll. Seitdem werden täglich 100 Millionen Wetten und insgesamt 29.000 Klubspiele in Europa kontrolliert. Dabei sind gut 200 Spiele (0,7 Prozent) aufgefallen, von denen wiederum 40 Partien näher untersucht wurden. Wie hart die UEFA inzwischen gegen mutmaßliche Wettmanipulationen vorgeht, bekam der ukrainische Schiedsrichter Oleg Onekhov zu spüren. Er wurde lebenslang gesperrt, weil er der UEFA nicht gemeldet hatte, dass er von der Wettmafia kontaktiert wurde. „Eine lebenslange Sperre ist eine unserer Waffen“, sagte Infantino, „auf diese Weise soll jeder spüren, dass es uns ernst ist im Kampf gegen die Wettmafia.“ Der internationale Sportgerichtshof CAS beurteilte die lebenslange Sperre für Onekhov inzwischen als verhältnismäßig.

Wie man bereits im Vorfeld illegale Wetten bekämpfen kann, zeigte Sylvia Schenk von Transparency International auf: „Man muss das Bewusstsein für den Schaden der Wettmanipulation schärfen und die Hemmschwellen erhöhen.“ Der Fussball könne zwar nicht die Welt verändern, aber er müsse seine eigenen Probleme aktiv und offensiv angehen, um glaubwürdig zu bleiben. Dies könnte beispielsweise durch präventive Maßnahmen geschehen, indem Strukturen verändert, das Wettangebot eingeschränkt und Regeln geändert werden. Schenk: „An der Prävention geht kein Weg vorbei!“

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat inzwischen auf den Schiedsrichter-Skandal Hoyzer aus dem Jahr 2005 reagiert. So enthält inzwischen jeder Profivertrag eine Anti-Korruptionsklausel. Die DFL wird zudem einen Ombudsman einsetzen, der Ansprechpartner für Spieler, Schiedsrichter und Funktionäre sein soll. „Außerdem werden wir in den Leistungszentren der Profiklubs, Workshops für Nachwuchstalente veranstalten, um sie auf die Gefahren durch illegale Wetten hinzuweisen“, erzählte Christian Seifert, Geschäftsführer der DFL.

Sowohl der Schweizer Verteidungs- und Sportminister Ueli Maurer, als auch der ehemalige deutsche Bundesverfassungsrichter Prof. Udo Steiner forderten ein gemeinsames Vorgehen von Sportverbänden, Wettanbietern und staatlichen Rechtsorganen. Denn der Sport werde immer mehr durch Manipulationen bedroht und daher seien Regularien und Massnahmen erforderlich, um dieser Bedrohung gemeinsam entgegenzuwirken. Friedrich Stickler, Präsident der europäischen Lotterien, ging sogar noch einen Schritt weiter: „Wir können das Problem der illegalen Wetten nicht mehr nationalstaatlich lösen. Dafür ist es zu komplex. Wir müssen beispielsweise Interpol einschalten.“

 


Eröffnung:

 

Dr. iur. Urs Scherrerr

 


Referate:

 

Joseph S. Blatter

 

Wilfried Lemke

 

Prof. Dr. iur. Udo Steiner

 

Ueli Maurer

 

Sport-Talk
Günther Jauch, Marcel Reif
Vreni Schneider, Oliver Kahn und Jutta Kleinschmidt

 

Jörg von Appen (links), Oliver Kahn

 

Marco Villiger (links), Gianni Infantino

 

Sylvia Schenk

 

Talk mit Günther Jauch, Marcel Reif
Christian Seifert, Friedrich Stickler und Rainer Holzschuh

 


Interviews:

 

Rainer Holzschuh

 

Oliver Kahn

 

Ueli Maurer

 

Aylin Yaren und Günther Jauch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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